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Schuhleder weich machen: Diese Tipps könnten helfen

Schuhleder weich machen

Wenn Sie Schuhleder weich machen möchten, haben Sie einige Möglichkeiten.

Auch ich habe bereits die schmerzvolle Erfahrung gemacht, was passiert, wenn die Lederschuhe hart sind. Druckstellen und Blasen können die Folge sein, vor allem im Bereich der Ferse. Ich möchte daher in dem heutigen Artikel darauf eingehen, wie Sie Schuhleder weich machen können und welche Möglichkeiten es beim Schuhputz dafür gibt.

Wie ist Schuhleder aufgebaut?

In den meisten Fällen besteht das Oberleder von Schuhen und Stiefeln aus einer relativ dicken Schicht Rindsleder – zumindest bei uns ist dieses sehr weit verbreitet. Leder ist ein Geflecht aus vielen Fasern, die in sich sehr stark zusammenhalten. Das Gefüge ist daher sehr widerstandsfähig und auch reißfest.

Vom Material her handelt es sich sehr oft um gedeckte Glattleder. Diese sind mit einer Farbschichte überdeckt (pigmentiert) und benötigen Sie nicht die Qualität tierischer Rohhäute, wie dies bei Anilinledern (offenporige Leder ohne Überdeckung) der Fall ist.

Durch die Überdeckung ist das Leder sehr robust und kann eher einfach gepflegt werden. Bei diesen Ledern ist daher das aufweichen in der Regel auch leichter.

Wie Sie hartes Schuhleder weich machen können

Im Folgenden habe ich einige Tipps für Sie aufgelistet, wie Sie hartes Schuhleder weich machen können bzw. wie ich schon dabei erfolgreich vorgegangen bin:

Lederschuhe aufweichen durch mechanische Verformung

Ist Lederhart oder spröde geworden, kann eine sehr wirkungsvolle Methode sein, dass Leder durch Bewegung zu lockern. Die einzelnen Fasern geben mit der Zeit nach und man bekommt wieder eine weichere Struktur.

Dies kann man mit walken oder klopfen erreichen. Ich habe das selbst noch nicht in der Form gemacht und würde Ihnen das auch nicht empfehlen. Das sollte meiner Ansicht nach ein Spezialist machen und kommt in aller Regel nur dann in Frage, wenn das Schuhleder schon so hart ist, dass man selber nicht mehr mit anderen Mitteln weiter kommt.

Schuhmacher oder Lederspezialisten sollten hier schon helfen können. Man muss aber auch ganz ehrlich sagen, dass auch diese Professionisten keine Wunder wirken können.

Schuhe und Stiefel einlaufen

Leder von Schuhen weich machen

Sie können versuchen, Ihr Lederschuhe einzulaufen, bevor Sie ein Mittel auftragen.

Nach dem Kauf oder bei älteren Schuhen bzw. Stiefeln ist oft der erste Reflex, es gleich mit einem Mittel zu versuchen. Doch die erste Möglichkeit, die Sie in Betracht ziehen sollten ist es, das Schuhwerk erst einmal einzulaufen.

Nehmen Sie dazu ein dickeres oder zwei dünnere Paar Socken und laufen damit erst einmal eine Stunde herum. Sie können danach sehen, ob sich schon etwas getan hat und die Prozedur gegebenen falls Wiederholen. Die Socken könnten Sie dabei auch anfeuchten.

Manchmal hilft es auch, die Schuhe dabei generell nass zu machen. Ich habe mich zum Beispiel mit meinen Lederfußballschuhen häufig in lauwarmes Wasser gestellt (rund 10 min.) und habe die Schuhe dann eingelaufen. Dies hat immens geholfen.

Beachten Sie dabei aber, dass nicht jedes Leder für diese Prozedur geeignet ist. Anilinleder oder Rauleder würden Sie bei dieser Vorgangsweise nur Schaden zufügen. Bei gedeckten Glattledern oder anderen unempfindlichen Ledern kann dies aber eine Option sein. Hier erfahren Sie auch mehr über das Lederschuhe pflegen.

Schuhe weich machen mit einem Spray

Spray zum Lederdehnen*

Eine sehr geläufige Möglichkeit, die Schuhe weich zu machen bzw. zu dehnen ist es, einen Lederdehnspray zu verwenden. Ein Beispiel wäre dieser Lederdehnspray von Bama*.

Es ist für alle Rau- sowie Glattlederschuhe geeignet. Der Spray hat einen leichten Kühlungseffekt. Das Weiten des Leders verhindert Blasenbildung an den Füßen. Die Anleitung zur Verwendung ist auf der Dose aufgedruckt.

Lederschuhe weich machen – Hausmittel

Ein geeignetes Hausmittel, um Leder weich zu machen ist das anfeuchten. Dies habe ich oben schon beschrieben.

Oft wird behauptet, es helfe, wenn man in die Schuhe uriniert oder Alkohol zum Weich machen nimmt. Beides ist weit verbreiteter Irrglaube:

Urin ist zwar auch eine Flüssigkeit, in der sich Anteile von Wasser befinden aber eben auch viele Stoffe, die Sie weder im Leder noch in Ihrem Schuh haben möchten.

Bei Alkohol verhält es sich ähnlich. Die im Leder enthaltenen (wichtigen) Fette werden durch den Alkohol gelöst und werden ausgewaschen. Die Weichheit des Leders geht dadurch erst recht verloren.

Auch das weich machen von Leder Schuhen mit Olivenöl sehe ich etwas problematisch. Hier besteht meines Erachtens die Gefahr, dass das Öl (oder auch jedes andere Speiseöl) ranzig wird.

Schuhe weicher machen mit rückfettenden Pflegemitteln

Eine gute Möglichkeit, Schuhleder weich zu machen, ist die Verwendung von rückfettenden Pflegemitteln. Hier ist zum Beispiel das Lederöl eine hervorragende Möglichkeit.

Lederöl*

Das flüssige Öl weicht die Fasern des Leders auf und sorgt dafür, dass die Fasern nach dem Abtrocknen beweglich bleiben.

Auch Lederfette haben stark rückfettende Eigenschaften. Diese ziehen aber durch ihre zähe Konsistenz nicht so tief in das Leder ein, wie Lederöl*. Sie sind daher eine mögliche Alternative – ich würde aber dennoch eher zum Lederöl tendieren, wenn es darum geht, Schuhe weich zu machen.

Hinweis: Vor allem das Abtrocknen spielt bei Lederschuhen eine große Rolle. Ist es zu heiß, kann das Leder schrumpfen und spröde werden. Trocknen Sie daher Ihre Schuhe und Stiefel nie beim Ofen, einem Heizkörper oder in direktem Sonnenlicht. Mehr dazu auch hier: Nasse Schuhe trocknen.

Kunstleder Schuhe weich machen

Während es bei Echtleder relativ gut möglich ist, das Schuhleder weich zu machen und zu dehnen, stößt man bei Kunstleder Schuhen bisweilen an Grenzen.

Der Grund dafür ist, dass Kunstleder ein synthetisch hergestelltes Produkt ist, das andere Materialeigenschaften aufweist, als Kunstleder. Es hat auch nicht die typischen Poren, die dafür sorgen, das Lederpflegemittel einziehen können.

Daher ist hier – wenn überhaupt – der Erfolg des Dehnens nur dann gegeben, wenn man einen Schuhspanner dazu verwendet. Hier sollte man es aber nicht übertreiben, weil auch das Kunstleder reißen kann.

Leder von Schuhen weich machen – Tipps

Hier habe ich weitere Tipps aufgelistet und die obigen zusammengefasst:

  • Probieren Sie zuerst immer die Schuhe einzulaufen und nehmen Sie dazu dickere Socken.
  • Achten Sie darauf, mit welchem Leder Sie es zu tun haben.
  • Walken und Klopfen überlassen Sie besser einem Spezialisten.
  • Anfeuchten kann beim Weichmachen der Schuhe und Stiefel helfen.
  • Verwenden Sie keine natürlichen Öle (können ranzig werden), Alkohole oder Urin zum Weichmachen der Schuhe.
  • Stark rückfettende Pflegemittel, wie Lederöl*, helfen sehr gut, das Leder von Schuhen weich zu machen.
  • Achten Sie auf die korrekte Trocknung nach der Behandlung.
  • Haben Sie es mit teuren und sehr hochwertigen Lederschuhen zu tun, ist es auch nie verkehrt, einen Fachmann (Schuhmacher, etc.) zu Rate zu ziehen.

Zum Abschluss habe ich hier noch ein Lederöl für Sie, dass Sie generell in der Schuhpflege aber auch zum Weichmachen Ihrer Lederschuhe und Lederstiefel aus gedecktem Glattleder verwenden können:

Letzte Aktualisierung: 20.11.2019 um 12:50 Uhr, Bilder von amazon.de